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Netzebene 4 (NE4)

Wenn ein Gebäude an das Glasfasernetz angeschlossen wird, transportieren die Leitungen im öffentlichen Netz die Daten bis zum Gebäude beziehungsweise Hausanschluss. Doch damit diese Daten tatsächlich genutzt werden können, müssen sie auch den Weg ins Innere des Gebäudes finden. Genau an dieser Stelle kommt die sogenannte Netzebene 4 (NE4) ins Spiel. Als Gebäudenetz realisiert sie die physische Verbindung zwischen dem ankommenden Netz des Anbieters auf der Straße und den privaten Wohnräumen und bildet hierbei die unverzichtbare Brücke, um die schnelle Glasfaser-Geschwindigkeit im Alltag überhaupt nutzbar zu machen.

Was ist die NE4 (Netzebene 4)?

Um zu verstehen, was die Netzebene 4 eigentlich macht, hilft ein Blick in den Keller oder den Hausanschlussraum. Dort kommt das Erdkabel der Telekommunikationsanbieter von der Straße im Haus an und endet in einer speziellen Box, dem Hausübergabepunkt. Genau hinter diesem Kasten beginnt die Netzebene 4. Sie umfasst die gesamte Verkabelung im Haus und sorgt dafür, dass die digitalen Signale im Gebäude geordnet verteilt werden. Dieser Weg führt vom Keller durch das Haus und endet erst an der Anschlussdose innerhalb der jeweiligen Nutzungseinheit. Die Netzebene 4  ist also das interne Verteilnetz, das die Daten im Haus bis zum endgültigen Anschlusspunkt transportiert.

Welche Komponenten gehören zur Netzebene 4?

Damit dieser Datentransport reibungslos funktioniert, greifen im Gebäude verschiedene Bauteile ineinander. Der Startpunkt ist, wie erwähnt, der Hausübergabepunkt im Keller. Von dort aus führen vertikale Leitungen, die sogenannten Steigleitungen, durch Versorgungsschächte oder das Treppenhaus nach oben in die einzelnen Etagen. Auf den Stockwerken sorgen Verteiler dafür, dass das Signal in die jeweiligen Wohnungen abzweigt. Den Endpunkt bildet schließlich die Glasfaser-Teilnehmeranschlussdose (Gf-TA) direkt an der Wand, an die später der Router angeschlossen wird. Zusammen bilden diese Komponenten ein geschlossenes System, das die Daten sicher von unten nach oben leitet.

Welche Rolle spielt die NE4 im FTTH-Ausbau?

Dieses Zusammenspiel der Bauteile ist besonders wichtig, wenn es um das Thema Fiber to the Home (FTTH) geht, also um echtes Glasfaser bis in die Wohnung. Endet das Glasfaserkabel nämlich am Übergabepunkt im Keller, ist das Gebäude zwar theoretisch an das schnelle Netz angeschlossen, nutzen kann man es in den oberen Stockwerken so aber noch nicht. Die dort vorhandenen Kupferleitungen können die Leistungsfähigkeit eines durchgängigen Glasfaseranschlusses häufig nicht vollständig bis in die Wohnung übertrage. Erst durch eine modernisierte Netzebene 4, bei der die Glasfaserkabel komplett bis in die Etagen gezogen werden, wird die Hochgeschwindigkeits-Infrastruktur bis in die einzelnen Wohn- und Arbeitsräume verlängert. Sie ist damit die zwingende Grundvoraussetzung für FTTH und schließt die letzte physische Lücke zwischen dem Netz des Anbieters und den Endgeräten der Nutzer. Doch genau an dieser Schnittstelle zeigt sich in der Praxis oft, dass Netzebene 4 und 5 die kritische Phase im Glasfasernetz bilden, in der sich entscheidet, wie schnell aus der grauen Infrastruktur im Keller ein aktiv genutzter Anschluss wird.

Welche typischen Herausforderungen gibt es in NE4?

In der Praxis bringt der Ausbau dieses Gebäudenetzes einige spezifische Anforderungen mit sich. In vielen Häusern liegen beispielsweise noch alte Kupfer- oder Fernsehkabel, die für die modernen Lichtsignale der Glasfaser nicht ausgelegt sind und durch neue Glasfaserkabel ersetzt werden müssen. Da in Altbauten oft die passenden Leerrohre in den Wänden fehlen, müssen die neuen Leitungen aufwändig nachträglich verlegt werden, ohne den Brandschutz des Hauses zu beeinträchtigen. Zudem unterscheiden sich die baulichen Voraussetzungen von Gebäude zu Gebäude erheblich, was die Planung und Umsetzung von Glasfaserinstallationen zusätzlich erschweren kann.

Darüber hinaus erfordert der Ausbau in Mehrfamilienhäusern eine enge Abstimmung mit der Eigentümergemeinschaft. Da die Leitungen durch das gemeinschaftliche Eigentum wie den Keller und das Treppenhaus führen, müssen die Baumaßnahmen und Kabelwege vorab von den Eigentümern beschlossen und genehmigt werden. Mit der richtigen Planung lassen sich diese baulichen und organisatorischen Schritte jedoch sauber und strukturiert umsetzen.

Abgrenzung zu anderen Netzebenen 

Um die Netzebene 4 noch besser einzuordnen, hilft ein kurzer Blick auf die gesamte Struktur, denn das Telekommunikationsnetz ist in verschiedene logische Ebenen unterteilt. 

Direkt vor der Netzebene 4 liegt die Netzebene 3: Das ist das sogenannte Zugangsnetz, also die Infrastruktur im öffentlichen Raum, die den Datenstrom bis zum Hausübergabepunkt liefert. 

Nach der NE4, also ab der Anschlussdose in der Wohnung, beginnt schließlich die Netzebene 5. Hierbei handelt es sich um das private Heimnetzwerk der Nutzer, zu dem der WLAN-Router, Netzwerkkabel und alle verbundenen Geräte gehören. Wie genau sich diese beiden Bereiche aufeinander auswirken und warum auf den Netzebenen 4 und 5 über die tatsächliche Nutzung von Glasfaser entschieden wird, ist vor allem für die späteren Service- und Aktivierungsprozesse der Anbieter ein entscheidender Faktor. 

Die Netzebene 4 bildet somit das entscheidende Bindeglied zwischen der Straße und dem Endgerät.

Fazit

Die Netzebene 4 bildet somit die physische Infrastruktur für die Datenverteilung innerhalb einer Immobilie. Sie übernimmt den Transport der Signale vom zentralen Hausübergabepunkt im Keller bis zu den Anschlussdosen in jeder einzelnen Wohneinheit. Ein leistungsfähiger Anschluss an der Grundstücksgrenze bleibt ohne diese interne Verlängerung unvollständig. Für die tatsächliche Nutzung von Glasfaser bildet die Netzebene 4 daher eine zentrale Voraussetzung. Erst wenn die Infrastruktur innerhalb des Gebäudes vorhanden ist, kann die bereitgestellte Leistung des Glasfasernetzes auch in den Wohnungen genutzt werden.

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